Test 05/2023 – Dunlop Trailmax Raid auf R 1250 GSA

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Wenn Reifenhersteller die Straßeneigenschaften eines Reifens betonen werde ich neugierig.
Bei dem neuen Grobstöller (50% Straße/50% Gelände) von Dunlop, dem Trailmax Raid gehe ich den Aussagen von Dunlop dazu auf den Grund.
Optisch macht er schon mal mit einen martialischen Auftritt auf sich aufmerksam:

Dunlop Trailmax Raid - hinten neu

R 1250 GSA mit Dunlop Trailmax Raid

Sie meisten bekannten und bewährten Grobstöller wie Metzeler Karoo 3 und Conti TKC 80 habe ich im Gelände der Wüste von Tabernas manchen Kilometer bewegt und Erfahrungen gesammelt. Bei den aktuellen „Groben“ von Michelin, dem Anakee Wild und dem brandaktuellen Metzeler Karoo 4 konnte ich mir von den Gelände und Straßeneigenschaften bei deren praktischen Vorstellungen entsprechende Eindrücke verschaffen.
Die anderen mehr auf Straße ausgelegten Dunlop Enduro Reifen habe ich ja schon auf meiner eigenen R 1250 GSA gefahren und getestet, den Dunlop Meridian und den Dunlop Mutant.
Während sich Mutant und Meridian durch fast reine und saubere Fahreigenschaften eines Straßenreifens auszeichnen, war ich gespannt wie ich den Trailmax Raid in dieser gesamten Auswahl einordnen kann.
Von Karoo 3+4, TKC 80 und Anakee Wild kennt man ja eine eine grundsätzliche Sturheit was den Geradauslauf angeht. Diese brauchen grundsätzlich einen höheren Kraftaufwand um das Einlenken in Kurven/Schräglagen einzuleiten. Auch der Kraftaufwand um die Schräglage zu halten und zu variieren ist nicht zu unterschätzen. Und die Eigenschaft des „Einknickens“ in die Reifenflanke beim zügigen Straßen fahren z. B. bei TKC 80 und Anakee Wild macht sich diese Reifengattung bei mir nicht zu meiner Lieblingskategorie.
Und hier fangen die Unterschiede schon an. Nach dem los fahren, also bei niedrigen Geschwindigkeiten bis so um die 60/70 km/h hat der Dunlop Trailmax Raid auch diese leichte Aufstellneigung wenn man aus diesen Tempo einlenken möchte. Sobald man schneller fährt wird er so handlich wie ein normaler Enduro Reifen. Also bei Landstraßen Tempo kann es man mit dem Dunlop Trailmax Raid gewohnt zügig gehen lassen. Auch hat der Dunlop Trailmax Raid nicht andeutungsweise dieses „Einknicken“ in die Reifenflanke was die anderen Grobstöller besonders bei dem Gewicht einer Großenduro wie eine R 1250 GSA sonst gerne mal machen.
Was bei diesen Reifen ja immer Thema ist, bzw. zu hören, ist das Abrollgeräusch. Hier pfeift, singt und brummt er natürlich in allen Tonlagen äußerst vernehmlich. Ab 120 km/h ist die Schwelle erreicht ab der die Abrollgeräusche in den allgemeinen Fahrgeräuschen unter gehen. Also sind Geschwindigkeiten ab 120 km/h eine passende Reisegeschwindigkeit.
Auf der Bremse, auch beim plötzlichen Ankern in Schräglage zeigt der Dunlop eine leichte, gut kontrollierbare Aufstellneigung.
Bis zur erlaubten V/max des Reifens (190 km/h) liegt die R 1250 GSA mit dem Dunlop Trailmax Raid ruhig und sicher.
Nur Fahrbahnmarkierungen nimmt er gerne auf und folgt gerne ein wenig.
Und jetzt das wichtigste was für die meisten, auch mit dieser Art Reifen, das Motorrad fahren aus macht, das Kurven fahren.
Wie gesagt ist der Dunlop Trailmax Raid bei niedrigen Geschwindigkeiten etwas steif um die „Hüften“, um dann in mittleren und hohen Tempi die Handlichkeit eines normalen Enduro Reifen anzunehmen. An was man sich natürlich gewöhnen muss ist das „rauhe“ abrollen der Stollen. Auch merkt man natürlich das nicht so viel (Schräglage) geht wie man von normalen Enduro/Touren oder Sportreifen gewohnt ist. Aber auf meiner Teststrecke kann ich da aber genau hinter her gehen.
Kurz gesagt, da wo sonst volle Schräglage geht, z. B. 100 km/h, gehen mit dem Dunlop Trailmax Raid noch 90 km/h. Mehr traue ich mit dem Dunlop dann doch nicht. Doch entspricht diese Schräglage bei der Landstraßen Geschwindigkeit, das die Fußrasten gerne mal ein wenig kratzen. Nach Anzeige des Sportcockpits sieht das dann so aus:

Cockpitanzeige Dunlop Trailmax Raid auf R 1250 GSA

Wie man an der Cockpitanzeige sehen kann harmoniert der Dunlop Trailmax Raid bei Straßenbetrieb auch sehr gut mit der Traktionskontrolle der R 1250 GSA. Für so einen Reifen kann man es schon echt laufen lassen.
Die Schräglage fahre ich natürlich auch mal gerne in dem Tempo Bereich der maximal für diesen Reifen frei gegeben ist. Dann sieht das Ablaufbild so aus:

Dunlop Trailmax Raid auf R 1250 GSA - hinten - angefahren

Wie man sehen kann biegen sich die äußeren Profil-Blöcke ein wenig beim verzahnen mit dem Asphalt auf und die Blockkanten werden „gebrochen“, aber sorgen immer noch für Grip.

Aufgrund meiner Erfahrungen die ich im Gelände mit anderen Reifen dieser Gattung gemacht habe muss es schon sehr matschig sein um so mit einen Reifen an die Grenzen zu kommen, und bei trockenen Gelände reichen auch normale 90/10 Enduro Reifen um ans Ziel zu kommen.

Zusammenfassend muss ich sagen, das Dunlop mit dem Trailmax Raid zwar nicht Zaubern kann, also einen lautlos laufenden Grobstöller den man so wie Tourenreifen bewegen kann zu bauen, aber aus den gegebenen Vorgaben haben sie meiner Erfahrung nach einen sehr guten Mix hingestellt. Besonders beim fahren im Bereich der Geschwindigkeiten im Landstraßenbetrieb macht er Spaß um man kann es schon mal zackig laufen lassen.

Hier habe ich noch die Bilder zum Test des Dunlop Trailmax Raid:
Bildergalerie zum Test des Dunlop Trailmax Raid – R 1250 GSA

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