Michelin Power RS – Test/Fahrbericht

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Hallo Leute,
auf und am Losail International Circuit in Katar, auf dem am Wochenende vorher noch Rossi und Co ihre Runden gedreht haben, hatte ein paar Kollegen und ich die Möglichkeit den Michelin Power RS auf den Zahn, ähh, Gummi zu fühlen. Nach dem akklimatisieren konnten wir Nachmittags endlich zur Rennstrecke.
Beim Workshop über den Power RS hat mich am meisten diese „Seite“ beeindruckt:

Michelin Power RS - Test - Doha Katar

Beinhaltet Sie doch die wichtigsten „technischen“ Informationen zur Performance des Reifens.
Was klar war, ist das der Power RS auf trockener Rennstrecke (Cartagena) gegenüber dem Pilot Power 3 3,5 Sekunden schneller ist. Was mich überrascht hat, das er sogar auch im Nassen 3 Sekunden gegenüber dem ausgewiesen guten Power 3 schneller sein soll.
Und noch eine nicht ganz unwichtige Eigenschaft, die man sich von einem Michelin wünscht und auch der Power RS haben soll, ist eine verbesserte Haltbarkeit die ca. 25% besser sein soll als bei M 7 RR, S 21 und Diablo Rosso 3. Diese Eigenschaften wurden von unabhängigen Testcentern heraus gefahren. Nach der Theorie ging es dann endlich zur Praxis. Zur Auswahl standen bekannte und auch aktuelle 1000er:

Michelin Power RS - Test - Losail Rennstrecke

Um mich „einzufahren“ und einen Vergleich zu haben, durften wir erst den bekannten Pilot Power 3 fahren.
Ich nehme natürlich als 2-Rad die mir bekannte BMW S 1000 RR. Raus auf den Track und die Strecke kennen lernen. Uups nicht so leicht zu lernen diese Strecke, 2 sehr langsame Linkskurven, aber die Start/Ziel ist schön lang, gut zum Test der Leistung des Mopeds und auf der anderen der Bremsen bzw. der Stabilität auf der Bremse. Wusste gar nicht mehr wie „weich“ der PiPo3 ist. Bin auf der S 1000 RR letzte mal auf der Renne den Conti Sport Attack 3 gefahren und der konnte es auch eine ganz große Nummer besser.
Auch beim raus beschleunigen aus den Kurven ist der PiPo3 dieses Gefühl als wenn er einknicken wollte. Dann nach 3 Runden noch im gleichen Turn der Wechsel auf den Power RS auch auf einer S 1000 RR.
Schnell die gleichen Settings eingestellt und wieder raus auf die Strecke. Da sehr wenige auf der Strecke sind kann man seinen eigenen „Turn“ fahren. Ich konzentriere mich auf die Eigenschaften. Da ich auf neutrale (besonders überhandliche stören meinen Fahrstil) bevorzuge, macht es sofort klick, das ist mein Reifen.
Der Power RS lenkt neutral ein, und hält dann stabil den eingeschlagenen Kurs. Besonders auf der Bremse ein ganz anderes Gefühl von Sicherheit, so stabil lässt er sich aus 280 km/h zusammenbremsen.
Der erste Eindruck ist schon mal sehr vielversprechend. Bevor wir das Erlernte durch Wiederholung verfestigen dürfen war noch ein kleiner Workshop angesagt.

Michelin Power RS - Test - Doha Katar

Da der Power RS von der Reifengröße 110 (vorne) bis 240 (hinten) angeboten wird und auch Wert darauf legt das er auch auf „kleinen“ Motorrädern läuft und da muss er auch auf jeden Fall auch bei Nässe funktioniernen. So konnten wir uns auf einem kleinen Track mit einer KTM oder Yamaha R3 austoben, um dann in der letzten Runde eine Vollbremsung auf Nässe zu machen. Die Holzkniepads mancher Kollegen fingen auf diesem engen Kurs wegen dauerschleifen fast Feuer. Und stiegen ammüsiert und begeistert über die Leichtigkeit dieser „Spielerei“ grinsend vor Begeisterung von diesen Stufenführerscheinbikes herunter.
Bei der jeweiligen abschließenden Vollbremsung zeigte der Power RS auch auf Nässe sein Können und sorgt dafür das man dort auch im „Stoppiebereich“ verzögern kann und so quasi mit Bremswege wie im trockenen erzielen kann.
Hier bestätigt sich meine aktuelle Erfahrung das die Reifenhersteller bei ihren aktuellen Entwicklungen die Haftung auf feuchter/nasser Strasse nur zu einem minimalen Teil über die Profilgestaltung, sondern über die Gummimischung erzielt (Conti Road Attack3, Dunlop Roadsmart 3).

Michelin Power RS - Test - Doha

Nach einer kleinen Stärkung konnten wir dann aus dem „vollen“ schöpfen. Meine Wahl viel auf eine Yamaha R1M:

Michelin Power RS - Test - Katar

Auch hier die gleichen positiven Eigenschaften der Reifen, neutral und stabil, yepp, geil. Nur die harten Lastwechsel machen mir es nicht leicht mit der R1M schnell zu sein. Leistung ist wie bei der BMW, 280 km/h am Ende der langen Geraden kein Problem. Was an der Yamaha R1M stört, ist die sehr harte Gasannahme, eine Unart dich mir je nach Fahrmodi bei sehr vielen Yamaha Motorrädern schon aufgefallen ist.
Als letzte Maschine habe ich dann sogar auf das wieder befüllen des Tanks gewartet um noch eine ganz aktuelle 1000er fahren zu können die Honda Fireblade:

Michelin Power RS - Test - Doha

Vom zuschauen/zuhören an der Boxengasse hatte ich schon einen ersten Eindruck gewonnen, die Fireblabe schreit am lautesten die Start/Ziel runter (von den Serein-Euro 4 Mopeds). Nach dem losfahren und dem ersten richtigen Gas geben bestätigt sich dieser Eindruck. Sie ist auch beim fahren die lauteste. Aber alles im Rahmen des erträglichen. Was gar nicht mehr geht, bei der hier gefahrenen „einfachen“ Fireblade“ muss man rauf und runter die Gänge unter mithilfe der Kupplung sortieren. Das sorgt für nicht mehr zeitgemäße Schaltunterbrechungen besonders beim Hochschalten auf der Start/Ziel. Das nutzt jeder andere aus und zimmert dran vorbei.
Danke des niedrigen Gewichts lässt sie sich ähnlich leicht wie R1M oder die S 1000 RR durch die vielen Kurven fahren, hat auch nicht so starke, aber trotzdem präsente Lastwechsel. Zum Ende des Turns mit der Honda, nachdem ich an den fehlenden Schaltassi gewöhnt habe dann der Test ob und wie viele Pferde wohl vorhanden sind. Und hier wird das bestätigt was die Jungs von Motorrad mit ihren Leistungstest auch schon raus gefunden haben (die Handa hat ca. 15 – 20 PS weniger als z. B. die BMW). Mit mir drauf haben die anderen beiden 1000er eingangs der Zielgeraden um 200 km/h immer ein schönes Leistungswheelie gemacht und kamen am Bremspunkt auf rund 280 km/h. Die Honda hatte bei mir weder ein vernünftiges Leistungswheelie und auch am Bremspunkt standen nur gute 260 km/h auf dem Display.
Laut kann die Honda, aber hier ist laut ist nicht gleich schnell.
Alle diese Aktionen und Beanspruchungen (die Honda- da nur eine zur Verfügung stand – war im Dauereinsatz) macht der Power RS klaglos mit, zeigt kaum Abnutzung, hält auch das Dauerfeuer der Kollegen (4 von uns 7 Leuten können RICHTIG flott auf der Renne fahren) klaglos aus, das sich immer in Erinnerung bringen mussten, das es Straßenreifen mit sehr viel Potenzial für die Rennstrecke ist.
Auch die Jungs von 1000ps sind ganz angetan von den Eigenschaften des Michelin Power RS:

Test vom 1000ps.at über den Michelin Power RS

Ich werde ihn in kürze auf meiner neuen S 1000 R (meinem idealen Reifentestgerät) noch genauer unter die Lupe nehmen. Da gibt es dann Erfahrungswerte aus dem Betrieb auf Landstrasse und BAB.

Achso, Bilder von Test-Event habe ich in dieser Bildergalerie:

Bilder vom Michelin Power RS Test/Fahrbericht in Doha (Katar)