Test 09/2020 – Michelin Power GP

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Nacheinander habe ich nun die aktuellen Sportreifen getestet.
Zum Abschluss war der Michelin Power GP dran, der schon etwas in die Hypersportklasse rein ragt.

Michelin Power GP - Neu hinten auf S 1000 R


Wenn man sich den Aufbau des Michelin Power GP anschaut, sieht man das Michelin bei dem Power GP noch sehr auf Nässeperformance achtet, der Silica-Bereich zieht sich sehr weit in die Schulter rein:

Aufbau des Michelin Power GP

Nach dem Brigestone S 22, Michelin Power 5, Conti SportAttack 4 und dem Metzeler M9 RR wollte ich hier jetzt wissen, wie er sich in dieser Gruppe, aber auch wie er sich in die Gruppe der Michelin Straßenreifen für Motorräder einordnen lässt.

Schon beim ersten los rollen fällt mir das leicht straffere abrollen nach Art des Metzeler M9 RR auf. Das Einlenkverhalten entspricht dem des Michelin Power 5, leicht aber nicht die fast schon überhandliche Art des M9 RR. In der Spätschichtwoche fahre ich jeden Tag zur mit dem Moped zur Arbeit, und so konnte ich die schnellen Durchgänge auf den Hinweg zur Arbeit beschränken. Der Weg dorthin wird wie immer zum flotten einrollen der Reifen benutzt. Provozierte Schreckbremsungen in Schräglage werden neutral ohne eine Aufstellneigung beantwortet. Und auch bei km/h im knapp 3 stelligen Bereich gehen die Schräglagenwechsel leicht und neutral, wie ich es optimal finde, von der Hand.
Der erst flotte Durchgang (6. Gang – Roadmodus – ESA), wenn er dann durchgehend frei ist, ist sehr aufschlussreich für meine Meinungsbildung. Es geht mit meinem neuen Topspeed der letzten Tests für diese Kurven dadurch. Die Eigendämpfung so ausgewogen, das er kaum wankt. Beim nächsten Durchgang (6. Gang – Dynamik – ESA) stellt sich dieser als optimale Kombination für des sehr schnelle durchmessen dieser Kurven heraus.
Die Kontrolle des Laufbildes nach 2 Durchgängen lässt klar erkennen wo die Übergänge der verschiedenen Mischungen sind.

Michelin Power GP hinten rau gefahren

Auf dem abendlichen Rückweg über die Landstraße, kann man den Power GP, wie es sich für einen guten Sportreifen gehört wieder „zu“ fahren, zeigt sich von diesen Strapazen aber mehr beeindruckt wie der Power 5.

Michelin Power GP auf S 1000 R wieder zu gefahren

Die Vollgasetappe über die Bahn ist im Moment sehr flott, dank leichter Kombi liegen oft die 260 km/h an, auch der Power GP liegt trotz der Montage auf den ThyssenKrupp Carbonrädern sicher und ruhig geradeaus.

Mit dem Michelin Power Cup 2 bin ich auch schon die ersten flotten Kilometer gefahren, und bei/für Michelin sieht die Einteilung der wichtigsten Straßenreifen so aus.
Der Michelin Road 5 ist der komfortable, handliche, absolut nässe taugliche Tourenreifen der auch dank „fehlenden“ Profil in der oberen Kante auch mal sehr schräg kann.
Der Power 5 ist für mich das, was der Pilot Power in den nuller Jahren war, der Sportreifen der alles kann und was mich am meisten beeindruckt hat, wie „spurlos“ er die Beanspruchung erträgt. Das verspricht viele Kilometer Laufleistung und das bei richtig Haftung, und ist dabei komfortabel.
Der Vorgänger des Power 5, der Power RS und Power RS+ konnte zwar auch Haftung aber musste durch Luftdruckabsenkung bei Solobetrieb angenehm fahrbar gemacht werden.
Der Power GP kann alles noch eine Nummer besser was die Fahreigenschaften betrifft, in Bezug zu dem was der Power 5 vorgibt, aber der Nässe freundliche Aufbau bis weit in den Schulterbereich sorgt so im Alltagsbetrieb für eine relativ starke Abnutzung bei gemäßigter Schräglage.
Und nur so viel zum Power Cup 2, der zeigt sich weniger beansprucht und ein viel gleichmäßigeres Ablaufbild bei gleicher Belastung und ist dabei noch eine Nummer handlicher.
Also bei Michelin entweder den Power 5 oder für richtig sportlich den Power Cup 2.

Hersteller übergreifend sieht das so aus, Michelin Power GP und Bridgestone S 22 kämpfen genau auf Augenhöhe mit sehr ähnlichen Eigenschaften, Der Metzeler M9 RR kann mit seiner sehr handlichen Auslegung aus trägen Mopeds mehr Fahrspaß raus holen und zeigt sich fast so unbeeindruckt bei Beanspruchung wie der Power 5. Die S 1000 R braucht dieses Plus an Handlichkeit meiner Meinung nach nicht. Und wie oben geschrieben ist für mich der Power 5 der legitime Nachfolger des Pilot Power und bietet neben den gewünschten sportlichen Eigenschaften noch eine sich abzeichnende sehr hohe Lebensdauer.

Die Bilder zum Test des Power GP habe ich hier:
Bildergalerie zum Test des Michelin Power GP auf BMW S 1000 R

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